Jahr der Barmherzigkeit
Eöffnung Heilige Pforte
Plakate Sommerkampagne 2016
 
 

Die Plakate

Die Sujets zeigen hier exemplarisch vier verschiedene Lebenssituationen: einen Obdachlosen, ein Ehepaar, eine Flüchtlingsfamilie, und eine Mutter, die ein Kind erwartet. Vier verschiedenen Lebenssituationen. Sie stellen Fragen an uns. Die Antwort darf nicht Gleichgültigkeit heißen.

Bilde unser Herz nach deinem Herzen

Eine Frau. Eine Mutter. Sie trägt ihr Kind in sich. Das Ungeborene wächst als Mensch, nicht zum Menschen heran. Liebe, Zärtlichkeit. 2 Herzen, sie schlagen neben- und miteinander. Das Wunder und die Würde des menschlichen Lebens. Wir sind aufeinander an- und zugewiesen. Behütet und gewollt sein gehört zu den Grundbedingungen unseres Lebens. Das Recht auf Leben. Liebe, beschützt werden und getragen sein, sind wesentlich für eine gute seelische Entwicklung. Die Frau als Mutter - ein Geschenk für die Welt. Sexualität und Fruchtbarkeit, ganzheitliche Sicht, Ökologie des Menschen. „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie“, Gen 1,27.

Schwangere größer

Wir sind gerufen auf das Herz zu sehen

Oberfläche – Hintergrund – Untergriff: Doch wir sind gerufen auf das Herz zu sehen. Man sieht nur mit dem Herzen gut, oder: Nur mit der Liebe, nicht zu verwechseln mit Gefühl, verändert man die Welt zum Guten. „Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist grausam, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit führt zur Auflösung.“ (Thomas von Aquin)
„Die Würde ist eine innewohnende Eigenschaft menschlichen Seins. Der Mensch besitzt Würde während seines ganzen Lebens. Schmerzen, Leiden oder Schwäche berauben einen Menschen nicht seiner Würde. Nicht aufgrund der Anerkennung durch andere Menschen besitzt der einzelne seine Würde und die sich daraus ableitenden Rechte, sondern aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Menschheit. Die Würde des einzelnen kann geachtet oder verletzt werden, sie kann jedoch nicht gewährt werden oder verlorengehen.“ (Europarat/Empfehlung 1418/99)

Obdachloser größer

Dein Herz muss brennen

Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss“. Zwei Jünger. Emmaus. Leid und Tod der letzten Stunden. Plötzlich Begegnung mit dem Auferstandenen. Kehrtwende des Lebens. Da war etwas in der Begegnung spürbar, da war mehr da – eine Person, eine Verständlichmachung – „Begreift ihr Nicht? Musste nicht all das geschehen...“, eine Liebe, die nur von Gott kommen kann.
Am Du werde ich zum Ich: an der Frau werde ich ganz zum Mann, am Mann werde ich ganz zur Frau. Wechselseitige Ergänzung und Bedingtheit. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde. Wir sind so geliebt, wie wir sind. Wir geben unser Geliebtsein weiter.
Die Familie darf sich selbst nicht als ein wohlumzäuntes Gehege verstehen, das berufen ist, sich vor der Gesellschaft zu schützen. Sie verharrt nicht in Wartestellung, sondern verlässt in solidarischer Suche das eigene Nest. So wird sie zu einem Bindeglied, das den Einzelnen in die Gesellschaft einfügt, und zu einem Verbindungspunkt, in dem Öffentliches und Privates eins werden. Die Eheleute müssen ein klares und überzeugtes Bewusstsein ihrer sozialen Pflichten erlangen. Wenn das geschieht, nimmt die Zuneigung, die sie vereint, nicht ab, sondern sie wird mit einem neuen Licht erfüllt“ (Synodenschreiben Amoris Laetitia).

Ehepaar größer

Wer barmherzig sein will, braucht ein starkes, ein festes Herz

Verlier nicht den Mut!“ Der Heilige Geist ist unser Beistand, er schenkt Gaben wie Sanftmut, Gelassenheit, Tapferkeit. Barmherzigkeit hat nichts mit Schwäche oder Verweichlichung zu tun.
Barmherzigkeit kommt aus dem innersten. Aus Seele und Herz, eine echte Grundlage. Barmherzigkeit hat etwas mit Größe zu tun, auch mit Selbstsicherheit. Sie freut sich nicht am Unrecht oder am eigenen Vorteil, sondern sucht die Liebe. Sie führt zueinander, will sich von Mensch zu Mensch mitteilen, in Kirche und Gesellschaft. Barmherzigkeit ist ein Wesensmerkmal des allmächtigen Gottes, der in seinem Sohn Mensch geworden ist. Er hat am Kreuz sein Herz und Leben für uns hingegeben hat – damit wir erlöst werden und in Ewigkeit leben können.

Flüchtlinge größer

Mögen unsere Gemeinden zu Inseln der Barmherzigkeit im Meer der Gleichgültigkeit werden

Wenn es keinen Gott gibt, ist alles egal“ so sinngemäß die Aussage des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewskij. Gleichgültigkeit heißt eben nicht „gleich gültig“, also wertgeschätzt, sondern das Gegenteil davon, es nimmt den Wert.
Personalität, Solidarität und Subsidiarität sind die Grundprinzipien der katholischen Soziallehre. Jeder einzelne ist in seiner Würde ein Abbild Gottes. Die gesellschaftliche Gemeinschaft hat den Auftrag, für das Gemeinwohl zu sorgen. Wie oft soll ich meinem Nächsten – das kann jeder sein– vergeben ? Nicht 7mal, sondern 77 mal, so die Antwort Jesu. Vergebt einander, so wie ich euch vergeben habe. Das ist der Weg zur Barmherzigkeit.
Niemandem darf die Verantwortung weggenommen werden, die er für sich selbst besser tragen und erfüllen kann, ebensowenig wie ein Staat in Bereiche der höchstpersönlichen und familiären Verantwortung unbegründet eingreifen darf. Und wer Gleichheit absolut setzt, zerstört die Vielfalt.
Wesentliche Pfeiler für eine gesellschaftliche und kirchliche Atmosphäre, die Kreativität, Lebendigkeit und Mitwirkung vermittelt.