Jahr der Barmherzigkeit
Eöffnung Heilige Pforte
Plakate Sommerkampagne 2016
 
 

Eröffnung der Heiligen Pforte im Dom von St. Pölten

Die "Porta Caritatis" von Karel Rechlik in (noch) hochgezogenem Zustand im Dom von St. Pölten

St. Pölten, 11.12.205 (dsp) Zur Eröffnung des außerordentlichen Heiligen Jahres "Jubiläum der Barmherzigkeit" öffnet Bischof Klaus Küng am 3. Adventsonntag, dem 13. Dezember, um 10.30 Uhr die Tore des St. Pöltner Doms als "Heilige Pforte". Es ist in Novum in der Kirchengeschichte ist, dass gemäß dem Wunsch von Papst Franziskus nicht nur in Rom, sondern auch weltweit in vielen Diözesen "Pforten der Barmherzigkeit" geöffnet werden. Die Öffnung dieser Pforten folgt einem eigenen Ritus. Da die Tore des Domes nicht das ganze Jahr über offen stehen können, hat der tschechische Künstler Karel Rechlik aus drei bemalten Textilien eine zusätzliche "Porta Caritatis" für den Mittelgang im Inneren des Domes geschaffen.

Die Liturgie am Sonntag beginnt in Brunnenhof des Bistumsgebäudes mit der Verkündigung des Evangelium und dem Verlesen des Beginns der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr. Daraufhin zieht eine Prozession zum Domtor, wo der Bischof ruft: "Öffnet die Tore der Gerechtigkeit; lasst uns eintreten, um dem Herrn zu danken." Der Bischof öffnet die Pforte, tritt auf die Türschwelle und erhebt das Evangeliar. Die Prozession geht durch die zusätzliche textile "Caritas-Pforte" in den Dom, wo nach einer Tauferneuerung die Liturgie zum 3. Adventsonntag "Gaudete" folgt.
In den anderen Jubiläumskirchen, den Basiliken Maria Taferl, Sonntagberg und Maria Dreieichen, erfolgt die Öffnung der "Pforten der Barmherzigkeit" mit einem einfacheren Ritus.

Die Heilige Pforte ist ein besonderes Zeichen für die in diesem Heiligen Jahr den Gläubigen angebotene Barmherzigkeit des Vaters. Sie wurde das erste Mal im Jahre 1400 in der Laterankirche in Rom im Zusammenhang mit dem damaligen Heiligen Jahr erwähnt: "Wer dreimal durch diese Pforte schreitet, dem werden die Schuld und die Sündenstrafen nachgelassen. Es ist ein Wunder, das die Menschen erleben ... Wenn du also in das Paradies gelangen willst, dann gelingt das." Sie wird traditionellerweise nicht mit einem Schlüssel geöffnet, sondern mit einem dreifachen Hammerschlag. Dabei wird der Psalm 118,9 gesungen: "Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein."

Die Heilige Pforte weist auf Mehreres hin:
Sie ist Symbol dafür, dass jeder Mensch von Gott angenommen und geliebt wird, der wie der barmherzige Vater Tür und Tor, ja sein Herz öffnet und uns entgegenkommt.
Sie bedeutet den Zugang zu Christus, der gesagt hat: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden“ (Joh 10,9). Mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforte geschieht der Übergang von Schuld zur Gnade. Dieses Durchschreiten ist - neben dem Empfang des Bußsakramentes, der Teilnahme an der Eucharistie, dem Gebet für den Papst und der inneren Abkehr von jeglicher Sünde - die Voraussetzung dafür, um im Dom, in den anderen drei Jubiläumskirchen (Maria Taferl, Maria Dreieichen und Basilika am Sonntagberg) unserer Diözese und überall dort, wo es eine Hl. Pforte gibt, den Jubiläumsablass zu erlangen.
Sie regt an, dass der Gläubige seinerseits in sich geht und, indem er sein Herz dem Wirken der Gnade öffnet und den Weg der Umkehr beschreitet, den barmherzigen Gott im Sakrament der Versöhnung um Vergebung bittet und sich von ihm mit Verzeihung und Frieden beschenken lässt.

Papst Franziskus sagt im Eröffnungsschreiben zum Heiligen Jahr: "Sie wird eine Pforte der Barmherzigkeit sein, und wer durch diese Pforte hindurchschreitet, kann die tröstende Liebe Gottes erfahren, welcher vergibt und Hoffnung schenkt."

Foto: Die "Porta Caritatis" von Karel Rechlik in (noch) hochgezogenem Zustand im Dom von St. Pölten