Jahr der Barmherzigkeit
Eöffnung Heilige Pforte
Plakate Sommerkampagne 2016
 
 

Textilkunstwerk „Porta Caritatis“ im Dom von St. Pölten

Textilkunstwerk „Porta Caritatis“ von Karel Rechlik im Dom von St. Pölten

St. Pölten, 15.12.2015 (dsp) Der tschechische Maler Karel Rechlik hat für den Dom von St. Pölten eine von ihm so benannte „Porta Caritatis“ geschafen. Das dreiteilige Werk aus bemalten Textilien kann von den Gläubigen als „Heilige Pforte“ durchschritten werden.

Das Kunstwerk stellt zwei Schwingen dar, die zwei mit einander verbundene Hände symbolisieren und so eine symbolische Pforte bilden, wie Rechlik dazu erklärt. Als Pforte hat das textile Tryptichon auch zwei Seiten, deren unterschiedliche Farbgebung ebenfalls symbolisch zu verstehen sind: Der von der Vorhalle kommende Besucher nimmt zuerst die dunklere Seite des Triptychons wahr. Drei nahezu schwarz-weiße Tücher bilden eine Pforte, durch die man schreitet, „eine Pforte, die zum Innehalten, zur Kontemplation und zum Bewusstwerden anregen soll“, so Rechlik.

Vom Kirchenschiff her ist dagegen die hellere, zum Presbyterium und Altar hin orientierte Seite der Tücher sichtbar. Hier entfalten sich die Details und die darin vom Künstler intendierten Andeutungen mittels der goldgelben Farbigkeit. Während die Komposition der ersten Seite sehr ähnlich ist, entsteht durch die strahlende Farbigkeit hier eine ganz andere Wirkung. Rechlik dazu: „Die Darstellung ist von Licht durchdrungen, leicht und festlich. Nun verlässt der Besucher, indem er die Pforte zum zweiten Mal durchreitet, die Kirche: diesmal in gehobener Stimmung, in Richtung des Alltags draußen.“

Die Heilige Pforte ist ein besonderes Zeichen für die in diesem Heiligen Jahr den Gläubigen angebotene „Barmherzigkeit des Vaters“. Sie wurde das erste Mal im Jahre 1400 in der Laterankirche in Rom im Zusammenhang mit dem damaligen Heiligen Jahr erwähnt: „Wer dreimal durch diese Pforte schreitet, dem werden die Schuld und die Sündenstrafen nachgelassen. Es ist ein Wunder, das die Menschen erleben ... Wenn du also in das Paradies gelangen willst, dann gelingt das.“ Zum ersten Mal in der Geschichte wurden „Heilige Pforten“ nicht nur in Rom, sondern auf Wunsch von Papst Franziskus in allen Diözesen der Welt geöffnet.

Papst Franziskus sagt im Eröffnungsschreiben zum Heiligen Jahr: „Sie wird eine Pforte der Barmherzigkeit sein, und wer durch diese Pforte hindurchschreitet, kann die tröstende Liebe Gottes erfahren, welcher vergibt und Hoffnung schenkt.“ Dieses Durchschreiten ist – neben dem Empfang des Bußsakramentes, der Teilnahme an der Eucharistie, dem Gebet für den Papst und der inneren Abkehr von jeglicher Sünde – die Voraussetzung dafür, um im Dom, in den anderen drei Jubiläumskirchen der Diözese St. Pölten (Maria Taferl, Maria Dreieichen und Sonntagberg) und überall dort, wo es eine Heilige Pforte gibt, den Jubiläumsablass zu erlangen.