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Leichtfried: Gerade im Informationszeitalter ist „guter Rat teuer“

Weihbischof Dr. Anton Leichtfried

St. Pölten, 24.10.2016 (dsp) In unserer Informationsgesellschaft sei es besonders wichtig, „einen guten Rat“ zu bekommen, betonte Weihbischof Anton Leichtfried bei der 5. Katechese zum Jahr der Barmherzigkeit in der Franziskanerkirche St. Pölten. Leichtfried referierte zum Thema „Guter Rat ist teuer“ über die geistigen Werke der Barmherzigkeit Unwissende belehren, Zweifelnden recht raten und Sünder zurechtweisen.

Durch die zunehmende Informationsflut, sei es sehr mühsam und aufwendig zu Inhalten zu kommen, „bei denen es um die Wahrheit geht und auf die ich mich verlassen kann“. Leichtfried: „Ein guter Rat in diesem Sinn ist kostbar. Da kann man viel Gutes tun.“ Es sei ein Geschenk, Menschen um sich zu haben, denen man vertrauen könne, und die umgekehrt auch Vertrauen schenkten.

Nicht allen Menschen sei es gegeben, als glaubender Mensch ein Leben zu gestalten, das „vom Vertrauen in Gott getragen ist“, so der Weihbischof. Es sei jedoch nicht angebracht, sich mit Ratschlägen aufzudrängen. „Meist braucht es die Geduld für den richtigen Moment.“ Oft gelte es zu warten, bis man gefragt werde.
Besonders wichtig sei dies in der Frage, ob wir überhaupt „Sünder zurechtweisen“ könnten, obwohl wir alle selbst Sünder seien. In diesem Zusammenhang verwies Leichtfried auf die Erfahrung der Vergebung, „verdichtet im Sakrament der Versöhnung“: Nach dem Bekenntnis, der Reue und der Zusage der Vergebung seien wir „besonders bereit einen Rat anzunehmen“.

Bei den Werken der geistigen Barmherzigkeit gehe es nicht im erster Linie um eine Aufforderung zum Handeln, „nicht um einen Appell, sondern um eine Erfahrung“, wie Leichtfried ausführte: „Wie Gott zu mir barmherzig ist, so möchte auch ich zu meinen Mitmenschen barmherzig sein.“ Die Erfahrung der „kostbaren Zuwendung Gottes“, die ihm „in der Menschwerdung seines Sohnes durch Mark und Bein“ gehe, sei die Grundlage für unser eigenes Handeln.

Weihbischof Leichtfried wies auch auf die Bedeutung der geistlichen Begleitung hin, die aus der Überzeugung wachse, „dass der wichtigste Begleiter Jesus Christus ist, und der beste Rat vom Heiligen Geist kommt“. Ein guter Rat könne keine Entscheidung ersetzen oder abnehmen, könne jedoch helfen, „verschüttete Quellen des eigenen Lebens wieder freizulegen.“